Weniger Laufwege dank Pflege-App
Die Uni Greifswald testet eine App, die Pflegekräfte entlasten soll. Sie wurde speziell entwickelt, um die Arbeitsabläufe im Krankenhaus zu verbessern.
Wer etwas braucht, drückt auf die Klingel. Daraufhin eilt eine Pflegekraft herbei und erkundigt sich nach den Bedürfnissen des Patienten oder der Patientin. So sah bislang der Klinikalltag aus. Für das Personal bedeutet dieses System jedoch viel Stress. Die Beschäftigten laufen los und oftmals legen sie kurz darauf den Weg erneut zurück, um zum Beispiel Medikamente oder eine neue Flasche Wasser zu besorgen.
Zudem unterbricht sie die Klingel bei den jeweils aktuellen Tätigkeiten. Der Wunsch, schnell zu reagieren, setzt die Pflegekräfte zusätzlich unter Druck. Denn sie haben keine Möglichkeit, im Vorfeld zu klären, ob jemand gestürzt ist oder nur darum bitten möchte, ein Fenster zu schließen. Die neue App „Helpchat“ könnte das ändern.
So funktioniert die App Helpchat
Die Patienten und Patientinnen laden die App auf ihr Handy und tippen nur mit dem Finger auf eines der Icons, die unter der Überschrift „Wobei brauchen Sie Hilfe?“ aufgeführt sind. Die Software leitet die Auswahl in Echtzeit an die Smartphones der Belegschaft weiter. So sehen die Pflegekräfte direkt, ob jemand beispielsweise zur Toilette möchte, Schmerzen hat oder nicht einschlafen kann.
Die digitale Lösung visualisiert alle Anliegen auf einen Blick. Diese Darstellung erleichtert es den Pflegekräften, ihre Aufgaben zu priorisieren beziehungsweise im Team zu verteilen. Zudem können sie Materialien wie Verbände oder Medikamente direkt mitnehmen. Das spart Zeit.
Eine Pilotstudie soll nun zeigen, wie gut Helpchat in der Praxis funktioniert. Das wird unter anderem davon abhängen, wie Patienten und Patientinnen das neue Angebot annehmen – die herkömmliche Klingel befindet sich weiterhin neben dem Bett.
Quellen:
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