Die Hausapotheke
Es heißt, die meisten Unfälle geschehen zu Hause. Verbrennungen beim Kochen, ein Splitter bei der Arbeit im Garten, Schürfwunden durch Stürze – in solchen Fällen geht es darum, schnell zu handeln.
Eine gut ausgestattete Hausapotheke ist dabei unverzichtbar. Doch wie beraten Sie als PTA oder PKA Ihre Kunden in der Apotheke zur optimalen Zusammenstellung einer Hausapotheke? Welche Besonderheiten gilt es, je nach Zielgruppe zu beachten und wie können Sie Ihre Kunden bei der richtigen Aufbewahrung und Instandhaltung unterstützen? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier.
Individuelle Beratung zur Hausapotheke
Bei der Beratung zur Hausapotheke ist es wichtig, die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe zu berücksichtigen. Steht vor Ihnen eine junge Familie, ein älterer Mensch oder vielleicht ein Allergiker? Gibt es besondere gesundheitliche Einschränkungen wie chronische Erkrankungen oder Allergien?
Indem Sie sich während des Kundengesprächs über die individuellen Bedürfnisse Ihrer Kunden informieren, können Sie gezielt auf deren Situation eingehen. So stellen Sie gemeinsam mit ihnen eine maßgeschneiderte Hausapotheke zusammen.
Bei jungen Familien liegt der Fokus auf kindgerechten Produkten wie digitalen Fieberthermometern, Nasensekretabsaugern und speziellen Elektrolytlösungen für Kleinkinder.
Bei älteren Menschen sind Mittel gegen Durchfall (z. B. Loperamid) und Verstopfung besonders relevant. Hier können Sie Ihren Kunden empfehlen, sich einen Vorrat an Elektrolytlösungen in der Hausapotheke anzulegen.
Allergikern können antiallergische Medikamente wie Bilastin oder Loratadin sowie Hydrokortison-Salben für Hautreaktionen empfohlen werden.
Mit gezielter und individueller Beratung leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Kundinnen und Kunden. Eine gut sortierte und gepflegte Hausapotheke ist im Notfall unverzichtbar.
Die Grundausstattung
Ihre Hausapotheke sollte neben verschriebenen Medikamenten vor allem Dinge beinhalten, die im Ernstfall sofort benötigt werden. Dazu zählen zum Beispiel Utensilien für die Wundversorgung wie Pflaster und Verbandsmittel. Für alltägliche Beschwerden empfiehlt es sich zudem, stets Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol in der Hausapotheke zu haben. Beide Mittel helfen auch bei leichtem Fieber. Apropos: Um die Temperatur messen zu können, sollte immer ein Fieberthermometer griffbereit sein.
Wer in der Sommerzeit häufig im Freien unterwegs ist, der sollte seine Hausapotheke auch mit kühlenden Salben für Sonnenbrände oder Juckreiz stillenden Mitteln gegen Mückenstiche ausstatten. Zu guter Letzt ist es ratsam, eine Pinzette für Splitter, Stachel und auch Zecken sowie eine Schere in der Hausapotheke zu haben. Dadurch sind diese Werkzeuge stets parat, wenn sie benötigt werden.
Empfehlenswerte Ergänzungen
Wie häufig tritt eine verstopfte Nase am Wochenende oder abends vor dem Schlafengehen auf und raubt so den Schlaf? Daher sollten Nasentropfen in der Hausapotheke vorhanden sein. Inhaltsstoffe wie Oxymetazolin und Xylometazolin helfen dabei, dass die Schleimhäute abschwellen. Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol pflegen die gereizte Nase. Trockener Husten kann ebenfalls wach halten. Dagegen schaffen Medikamente mit Dextromethorphan Abhilfe.
Bei manchen Beschwerden verschaffen natürliche Mittel durchaus Abhilfe. Halsschmerzen lassen sich zum Beispiel gut mit Halsbonbons lindern. Eine Nasendusche oder Nasenspray/-tropfen mit einer Kochsalzlösung kann zur Befeuchtung der Schleimhäute und damit auch der Vorbeugung von Erkältungen dienen und sorgt bei einer Pollenallergie kurzzeitig für Entlastung. Die Nasendusche spült zudem festsitzenden Schleim und Verkrustungen aus der Nase.
Allergiker sollten zur Heuschnupfensaison Allergietabletten griffbereit haben. Die Wirkstoffe Bilastin, Loratadin und Desloratadin sind am geläufigsten und verursachen in der Regel keine übermäßige Müdigkeit. Allergische Hautreaktionen bekämpfen Sie am besten mit Salben, die Hydrokortison enthalten.
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Jetzt anmelden!Die Hausapotheke für Babys und Kleinkinder
Statt eines herkömmlichen Fieberthermometers raten Sie Ihren Kundinnen und Kunden zu einem digitalen Fieberthermometer, das eine schnelle und einfache Temperaturmessung im Ohr ermöglicht.
Babys können ihre Nase nicht schnäuzen. Deshalb ist es ratsam, einen Nasensekretsauger in der Hausapotheke zu haben. Achten Sie darauf, dass Schmerzmittel und Salben für Babys bzw. Kleinkinder geeignet sind. Zudem sollte die Gabe von Medikamenten immer mit einem Arzt, einer Ärztin, dem Apotheker oder der Apothekerin abgestimmt werden.
Auch altersgerechte Wundversorgungsmaterialien gehören in die Hausapotheke. Bunte Produkte und kindgerechte Materialien, können für Ablenkung sorgen und die Compliance der kleinen Patientinnen und Patienten in der Versorgung erhöhen.
Hausapotheke für Senioren
Neben verschriebenen Medikamenten, Notfallmedikation und Verbandsmaterial können Sie Seniorinnen und Senioren zusätzlich zu Durchfallerkrankungen beraten. Hier kann es sinnvoll sein, Elektrolytmischungenfür die Hausapotheke zu empfehlen. Hilfreich sind auch Mittel, die Loperamid enthalten. Der Wirkstoff beruhigt den Darm, hilft gegen den Durchfall und unterbindet so einen zusätzlichen Flüssigkeitsverlust.
Da Senioren aufgrund von mangelnder Bewegung häufiger an Verstopfung leiden, kann außerdem auch eine Beratung zu Abführmitteln für die Hausapotheke sinnvoll sein.
Wundversorgung in der Hausapotheke
Bei akuten Wunden, die stark bluten muss zunächst die Blutung gestillt werden. Im Anschluss sollte die Wunde beispielsweise mit einem Wundreinigungsspray gereinigt, desinfiziert und dann abgedeckt werden. Geeignet hierfür sind klassische Wundversorgungsprodukte wie die sterilen Wundverbände unserer DracoPor-Serie.
Mit den Mustern von Draco sind Sie bestens ausgestattet, um Ihre Patientinnen und Patienten umfassend beraten zu können.
Standort der Hausapotheke
Raten Sie Ihren Kundinnen und Kunden, Verbandsmaterial, Medikamente und Utensilien an einem festen Ort aufzubewahren, damit Sie immer wissen, wo sie zu finden sind. Wer Kinder hat, der sollte zudem darauf achten, dass die Hausapotheke abschließbar und für Kinder nicht erreichbar ist. Geben Sie Ihren Kunden und Kundinnen darüber hinaus auch Tipps, wie sie ihre Hausapotheke übersichtlich organisieren können. So finden sie im Notfall schnell, was benötigt wird.
Viele Menschen entscheiden sich für ein Schränkchen im Badezimmer. Davon ist jedoch aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit dringend abzuraten.
Der Inhalt einer Hausapotheke sollte stets kühl und trocken gelagert werden.
Regelmäßige Kontrolle der Hausapotheke
Wichtig ist es, darauf zu achten, dass Medikamente und Verbandsmaterial ein Haltbarkeitsdatum haben. Sobald es überschritten ist, kann die Wirksamkeit nicht mehr garantiert werden. Einige Medikamente sind dann sogar schädlich. Überprüfen Sie also regelmäßig die Haltbarkeitsdaten der Medikamente in der Hausapotheke.
Haltbarkeit und Entsorgung: Was müssen Ihre Kunden wissen?
Medikamente und Verbandsmaterial haben ein begrenztes Haltbarkeitsdatum. Erklären Sie Ihren Kunden, dass sie ihre Hausapotheke regelmäßig überprüfen sollten. Hier einige wichtige Hinweise:
Haltbarkeitsdauer:
Die meisten Medikamente sind ein bis zwei Jahre haltbar. Ausnahmen sind angebrochene Salben oder Augentropfen, die oft nur wenige Monate oder Wochen haltbar sind.
Regelmäßige Kontrolle:
Besonders bei flüssigen oder angebrochenen Präparaten sollte das Haltbarkeitsdatum häufiger überprüft werden.
Entsorgung:
Abgelaufene Medikamente können in der Apotheke abgegeben werden, sofern der regionale Restmüll nicht in die Verbrennung geht. Auf keinen Fall dürfen Medikamente in die Toilette geschüttet werden, da sie sonst ins Grundwasser gelangen können.
Digitale Unterstützung: Hausapotheke mit Apps verwalten
Empfehlen Sie Ihren Kunden, eine digitale Hausapotheke in App-Form zu nutzen. Diese hilft dabei, den Überblick über den Inhalt der Hausapotheke zu behalten und erinnert an die Haltbarkeitsdaten der Medikamente. Sie kann außerdem dazu genutzt werden, um an die regelmäßige Einnahme der Medikamente zu erinnern.
Checkliste Hausapotheke
- verschriebene Medikamente
- Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente
- Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Mittel gegen Sonnenbrand und Mückenstiche
- Desinfektionsmittel für die Haut
- Wunddesinfektionsmittel
- Mullkompresse
- Pflaster und Binden
- Dreieckstuch
- Fieberthermometer
- Einweghandschuhe
- Verbandsschere
- Pinzette
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