Fallbeispiel: Hand-OP nach Quetschung
Herr D. ist begeisterter Hobbyhandwerker und verbringt gerne Zeit damit, aus Holz Möbel und Spielzeuge zu bauen. Dabei kommt es zu einem Unfall, bei dem sich Herr D. eine schwere Verletzung an der rechten Hand zuzieht. Eine Not-OP kann seinen Finger retten, hinterlässt aber eine lange Wunde. Lesen Sie im Fallbeispiel alles über die Versorgung der OP-Wunde und den Heilungsverlauf.
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Geschlecht
männlich
Alter
72 Jahre
Wundursache
operativer Eingriff
Diabetes mellitus
nein
Weitere Risikofaktoren
keine
Lokalisation der Wunde
rechte Innenhand und Finger D5
Wundart
akut
Wundumgebung
teilweise gerötet
Ausgangssituation
Bei der Arbeit an einem Möbelstück kam es zu einem Unfall, bei dem sich Herr D. durch ein schweres Holzstück an der Hand verletzte. Er erlitt eine Quetschung mit Sehnenabriss und Arterienverletzung, woraufhin er im Krankenhaus notfalloperiert wurde, um eine Amputation des Fingers zu verhindern. Im weiteren Verlauf konnte eine plastische Deckung der Wunde erfolgen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus stellt sich Herr D. zur weiteren ambulanten Wundversorgung in der Arztpraxis vor.
Anamnese
Diagnose
Der Wundverlauf auf einen Blick
Wundversorgung und Heilungsverlauf
Herrn D.s Hand ist zur Ruhigstellung mit einer gepolsterten Schiene versorgt, die er noch für 2 Wochen tragen soll. Die Wunde wurde genäht und die Nahtentfernung soll erst nach Absprache mit dem plastischen Chirurgen erfolgen. Eine physiotherapeutische Behandlung ist anfangs noch nicht möglich, da der Finger zunächst nicht gestreckt werden soll. Es erfolgt aber eine manuelle Lymphdrainage, um die Nähte von der Schwellung zu entlasten.
Die Naht ist sehr verkrustet und die Haut im Bereich der Wunde ist teilweise gerötet (Foto 1). Zudem besteht eine kleine Nahtdehiszenz nahe des Fingerzwischenraums D4-D5 (zwischen dem kleinen und dem Ringfinger). An dieser Stelle ist die Haut auch etwas mazeriert. Es besteht eine mittelstarke Exsudation.
Wundversorgung:
- Vorsichtige Reinigung der Haut mit Ringerlösung und einer weichen Kompresse
- Pflege der intakten Haut mit einer Handcreme
- Bestreichen der Wunde, insbesondere im Bereich der Rötung, mit einer PHMB-haltigen Salbe
- Abdeckung der Wunde mit einem Superabsorber
- Darüber Fixierung eines Schaumstoffpolsters mit einer kohäsiven Mullbinde zwecks moderater Kompression
- Verbandwechsel alle 2 Tage, Ziehen der Fäden beim 2. Verbandwechsel
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Nach 3 Wochen ist die Wunde entlang der Naht teilweise bereits abgeheilt (Foto 2). Allerdings hat sich die vorhandene Nahtdehiszenz etwas vergrößert. Am kleinen Finger ist die Wunde noch 2,2 cm breit, 1,3 cm lang und 0,2 cm tief. Der Wundgrund ist nicht einsehbar, da er mit einer Kruste bedeckt ist. Am Wundrand zeigen sich teilweise eine leichte Rötung und bei 2 Uhr eine leichte Mazeration. Die Wundumgebung ist schuppig und die Umgebungshaut intakt. Exsudation ist nun nicht mehr vorhanden.
Wundversorgung:
- Nach Rücksprache mit dem plastischen Chirurgen wird die Kruste an der Wundnaht belassen
- Die oben beschriebene Versorgung wird unverändert beibehalten, allerdings mit einem auf 3 Tage verlängerten Verbandwechselintervall
- Zudem beginnt Herr D. mit ersten ergotherapeutischen Handübungen, weshalb auch die Schiene nicht mehr zum Einsatz kommt
14 Tage später zeigt sich die Wunde nur noch oberflächlich mit einer Länge von 1,3 cm und einer Breite von 0,7 cm (Foto 3). Die Kruste am Wundgrund ist sehr trocken und der Wundrand weiterhin sehr schuppig. Die Schwellung im Bereich der Finger ist durch die Kompression deutlich zurückgegangen.
Wundversorgung:
- Gründliche Hautpflege und Entfernung der Hautschuppen
- Fixierung einer sterilen Kompresse mit einer Mullbinde
- Anschließend Polsterung und Anlegen einer kohäsiven Fixierbinde
- Verbandwechsel alle 4 Tage
- Manuelle Lymphdrainage zweimal wöchentlich
- Weiterhin ergotherapeutische Handübungen
- Künftig soll ein Kompressionshandschuh die kohäsive Fixierbinde ersetzen
Nach weiteren 3 Wochen ist die Wunde so gut wie abgeheilt (Foto 4). Es sind nur noch Reste der Kruste und Hautschuppen erkennbar. Die Umgebungshaut hat sich durch regelmäßige Pflege erholt. Herr D. trägt inzwischen den Kompressionshandschuh, welchen er noch mindestens 2 Monate lang tragen soll.
Die verbleibende Kruste und die Hautschuppen verschwinden in den folgenden Wochen vollständig. Die Wunde ist damit abgeheilt. Die Kompression mittels Kompressionshandschuh, die Lymphdrainage und die Ergotherapie werden nach der Wundheilung noch für einige Wochen fortgeführt. Danach kann sich Herr D. ohne bleibende Einschränkungen wieder seinem handwerklichen Hobby widmen.
Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein konkretes Fallbeispiel handelt, das nur eine mögliche Behandlungsoption darstellt. Beachten Sie zudem, dass wir nicht gewährleisten können, dass in den von uns dargestellten Fallbeispielen ausschließlich Produkte von DRACO® zur Anwendung gekommen sind.
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