Mentoring für MFAs: Erfahrungen weitergeben und Zusammenhalt stärken
Im anspruchsvollen Beruf der Medizinischen Fachangestellten sind eine kontinuierliche Bereitschaft Neues zu lernen und gegenseitige Unterstützung der Schlüssel zum Erfolg. Ein bewährtes Konzept hierfür ist das Mentoring. Heute möchte ich euch dieses Thema näherbringen und zeigen, wie es eure tägliche Arbeit in der Arztpraxis bereichern kann.
Mentoring beschreibt eine Beziehung, in der eine erfahrene Person (Mentor oder Mentorin) ihr Wissen und ihre Erfahrungen an eine weniger erfahrene Person (Mentee, englische Aussprache) weitergibt. Ziel ist es, die berufliche und persönliche Entwicklung des Mentees zu fördern.
Die Grundprinzipien des Mentorings
Freiwilligkeit: Beide Seiten nehmen freiwillig teil.
Vertraulichkeit: Gespräche bleiben unter vier Augen.
Gegenseitiger Respekt: Mentor und Mentee begegnen sich auf Augenhöhe.
Offenheit: Ehrliches Feedback und offene Kommunikation sind essenziell.
Zielorientierung: Das Mentoring verfolgt konkrete Entwicklungsziele.
In einer Arztpraxis kann Mentoring besonders wertvoll sein, da es nicht nur die berufliche Entwicklung der MFA als Mentee und die Position der MFA als Mentorin fördert, sondern auch den Zusammenhalt im Team stärkt. Erfahrene MFA können ihre Kenntnisse und Fähigkeiten an neue oder jüngere Kollegen weitergeben und so die Qualität der Patientenversorgung verbessern.
In der Arztpraxis kann Mentoring vielfältig eingesetzt werden:
Einarbeitung neuer Kollegen
Unterstützung von Quereinsteigern
Förderung junger MFA
Weitergabe von Spezialwissen (z.B. Abrechnungen, Patientenkommunikation)
Ein erfolgreiches Mentoring-Programm erfordert aber nicht nur Engagement, sondern auch eine klare Struktur. Dazu gehört es, regelmäßige Treffen zu vereinbaren und konkrete Ziele zu setzen. Diese Ziele können sich auf die Verbesserung bestimmter Fähigkeiten oder die Übernahme neuer Verantwortungen beziehen. Indem Mentor und Mentee gemeinsam an diesen Zielen arbeiten, schaffen sie eine vertrauensvolle Beziehung, die für den Erfolg des Mentorings entscheidend ist.
Neben der fachlichen Weiterbildung bietet das Mentoring auch die Möglichkeit, soziale Kompetenzen zu entwickeln. Ein Mentor kann seinem Mentee helfen, effektiver mit Patienten und Kollegen zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und Stress zu bewältigen. Diese Fähigkeiten sind in einer dynamischen Umgebung wie einer Arztpraxis unverzichtbar und tragen dazu bei, dass das Team harmonisch zusammenarbeitet und die Patienten bestmöglich betreut werden.
Checkliste: erfolgreiches Mentoring für MFA
Für Mentoren:
Klare Ziele und Erwartungen definieren
Regelmäßige Treffen vereinbaren
Aktiv zuhören und Fragen stellen
Konstruktives Feedback geben
Eigene Erfahrungen teilen, auch Misserfolge
Den Mentee ermutigen, eigene Lösungen zu finden
Für Mentees:
Offen für Feedback sein
Fragen stellen und Unsicherheiten ansprechen
Vereinbarte Ziele verfolgen
Eigeninitiative zeigen
Regelmäßig reflektieren und Fortschritte dokumentieren
Dankbarkeit und Wertschätzung zum Ausdruck bringen
Letztlich ist Mentoring ein wechselseitiger Prozess, der nicht nur dem Mentee, sondern auch dem Mentor selbst zugutekommt. Durch die Rolle des Mentors können erfahrene MFA ihre eigenen Fähigkeiten reflektieren und weiterentwickeln. Sie lernen, komplexe Informationen zu vermitteln und Feedback zu geben, was ihre eigene berufliche Entwicklung fördert. Zudem stärkt das Mentoring die Bindung an die Praxis und das Team, was langfristig zu einer positiven Arbeitsatmosphäre beiträgt.
Praxisbeispiele für Do’s and Dont’s
Do’s:
Gemeinsam schwierige Patientengespräche üben
Schrittweise Verantwortung übertragen (z.B. bei der Blutabnahme)
Regelmäßige Reflexionsgespräche führen
Erfolge feiern und Fortschritte anerkennen
Netzwerke innerhalb der Praxis und darüber hinaus aufbauen
Dont’s:
Den Mentee vor Patienten oder Kollegen kritisieren
Zu viel auf einmal vermitteln wollen
Die Beziehung zu persönlich werden lassen
Mentoring als Ersatz für strukturierte Einarbeitung sehen
Mentees mit den eigenen Problemen belasten
Mentoring kann eine wertvolle Bereicherung für jede Arztpraxis sein. Es fördert nicht nur die Entwicklung einzelner MFA, sondern stärkt auch den Zusammenhalt im Team und verbessert die Qualität der Patientenversorgung.
Habt ihr bereits Erfahrungen mit Mentoring gemacht?
Teilt eure Geschichten und Tipps per Mail!!
Viele Grüße
Eure Steffi