Mentoring für MFAs: Erfahrungen weitergeben und Zusammenhalt stärken
Praxisalltag

Mentoring für MFAs: Erfahrungen weitergeben und Zusammenhalt stärken

Im anspruchsvollen Beruf der Medizinischen Fachangestellten sind eine kontinuierliche Bereitschaft Neues zu lernen und gegenseitige Unterstützung der Schlüssel zum Erfolg. Ein bewährtes Konzept hierfür ist das Mentoring. Heute möchte ich euch dieses Thema näherbringen und zeigen, wie es eure tägliche Arbeit in der Arztpraxis bereichern kann.

Mentoring beschreibt eine Beziehung, in der eine erfahrene Person (Mentor oder Mentorin) ihr Wissen und ihre Erfahrungen an eine weniger erfahrene Person (Mentee, englische Aussprache) weitergibt. Ziel ist es, die berufliche und persönliche Entwicklung des Mentees zu fördern.

Die Grundprinzipien des Mentorings

  1. Freiwilligkeit: Beide Seiten nehmen freiwillig teil.

  2. Vertraulichkeit: Gespräche bleiben unter vier Augen.

  3. Gegenseitiger Respekt: Mentor und Mentee begegnen sich auf Augenhöhe.

  4. Offenheit: Ehrliches Feedback und offene Kommunikation sind essenziell.

  5. Zielorientierung: Das Mentoring verfolgt konkrete Entwicklungsziele.

In einer Arztpraxis kann Mentoring besonders wertvoll sein, da es nicht nur die berufliche Entwicklung der MFA als Mentee und die Position der MFA als Mentorin fördert, sondern auch den Zusammenhalt im Team stärkt. Erfahrene MFA können ihre Kenntnisse und Fähigkeiten an neue oder jüngere Kollegen weitergeben und so die Qualität der Patientenversorgung verbessern.

In der Arztpraxis kann Mentoring vielfältig eingesetzt werden:

Ein erfolgreiches Mentoring-Programm erfordert aber nicht nur Engagement, sondern auch eine klare Struktur. Dazu gehört es, regelmäßige Treffen zu vereinbaren und konkrete Ziele zu setzen. Diese Ziele können sich auf die Verbesserung bestimmter Fähigkeiten oder die Übernahme neuer Verantwortungen beziehen. Indem Mentor und Mentee gemeinsam an diesen Zielen arbeiten, schaffen sie eine vertrauensvolle Beziehung, die für den Erfolg des Mentorings entscheidend ist.

Neben der fachlichen Weiterbildung bietet das Mentoring auch die Möglichkeit, soziale Kompetenzen zu entwickeln. Ein Mentor kann seinem Mentee helfen, effektiver mit Patienten und Kollegen zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und Stress zu bewältigen. Diese Fähigkeiten sind in einer dynamischen Umgebung wie einer Arztpraxis unverzichtbar und tragen dazu bei, dass das Team harmonisch zusammenarbeitet und die Patienten bestmöglich betreut werden.

Checkliste: erfolgreiches Mentoring für MFA

Für Mentoren:

  • Klare Ziele und Erwartungen definieren

  • Regelmäßige Treffen vereinbaren

  • Aktiv zuhören und Fragen stellen

  • Konstruktives Feedback geben

  • Eigene Erfahrungen teilen, auch Misserfolge

  • Den Mentee ermutigen, eigene Lösungen zu finden

     

Für Mentees:

  • Offen für Feedback sein

  • Fragen stellen und Unsicherheiten ansprechen

  • Vereinbarte Ziele verfolgen

  • Eigeninitiative zeigen

  • Regelmäßig reflektieren und Fortschritte dokumentieren

  • Dankbarkeit und Wertschätzung zum Ausdruck bringen

Letztlich ist Mentoring ein wechselseitiger Prozess, der nicht nur dem Mentee, sondern auch dem Mentor selbst zugutekommt. Durch die Rolle des Mentors können erfahrene MFA ihre eigenen Fähigkeiten reflektieren und weiterentwickeln. Sie lernen, komplexe Informationen zu vermitteln und Feedback zu geben, was ihre eigene berufliche Entwicklung fördert. Zudem stärkt das Mentoring die Bindung an die Praxis und das Team, was langfristig zu einer positiven Arbeitsatmosphäre beiträgt.

Praxisbeispiele für Do’s and Dont’s

Do’s:

  1. Gemeinsam schwierige Patientengespräche üben

  2. Schrittweise Verantwortung übertragen (z.B. bei der Blutabnahme)

  3. Regelmäßige Reflexionsgespräche führen

  4. Erfolge feiern und Fortschritte anerkennen

  5. Netzwerke innerhalb der Praxis und darüber hinaus aufbauen

     

Dont’s:

  1. Den Mentee vor Patienten oder Kollegen kritisieren

  2. Zu viel auf einmal vermitteln wollen

  3. Die Beziehung zu persönlich werden lassen

  4. Mentoring als Ersatz für strukturierte Einarbeitung sehen

  5. Mentees mit den eigenen Problemen belasten

Mentoring kann eine wertvolle Bereicherung für jede Arztpraxis sein. Es fördert nicht nur die Entwicklung einzelner MFA, sondern stärkt auch den Zusammenhalt im Team und verbessert die Qualität der Patientenversorgung.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Mentoring gemacht?

 Teilt eure Geschichten und Tipps per Mail!!

Viele Grüße

Eure Steffi

Die Autorin Steffi, MFA/Wundexpertin (ICW)
Steffi Blog

Nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer dermatologischen Praxis für 5 Jahre im Praxisalltag als MFA, seit 2014 bei Dr. Ausbüttel (DRACO®). Wundexpertin (ICW) und bloggende MFA mit Leidenschaft.

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